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eigen-tümlich fremd - Rassismus in Deutschland

Titel des Programmheftes

Konzertprogramm 1992-1994

Hoyerswerda und der hässliche Deutsche sind nicht über Nacht entstanden. Fremdenfeindlichkeit, Anti-Semitismus und Rassismus haben hierzulande eine lange Geschichte. Schon in Elternhaus und Schule werden wir mit rassistischen Abziehbildern von Fremden versorgt. Nahezu unbewusst schleichen sich Vorurteile, abschätzige Wertungen in unser (Unter)-Bewusstsein ein. Das Studium von Kinder- und Jugendliedersammlungen fördert so manche "peinliche Überraschung" zutage.

Auch rechtsextremistische und neonazistische Jugendliche brachen nicht wie ein Unwetter über uns herein und sind vor allem, auch da machen es sich viele zu einfach, kein Phänomen der ehemaligen DDR. Sondern ein deutsches.
Wer immer wieder die Flüchtlingswelle beschwört, die über uns hereinbrechen und uns zermalmen wird, der braucht sich nicht über die Ängste der sogenannten "schweigenden Mehrheit" zu wundern. Auch nicht darüber, dass diese Mehrheit sich schweigend, aber zustimmend im Hintergrund hält, wenn in Hoyerswerda und anderswo zur Hatz auf Flüchtlinge geblasen wird.

Orientierung bei der Erstellung des Programms war deshalb, neben der Auseinandersetzung mit verschiedenen Erscheinungsformen des Rassismus und Sexixmus, seinen Ursachen und Auswirkungen, immer die Fragen:

  • Wo und wie kommen wir selber in den verschiedenen Rassismen vor?
  • Wie gehen wir damit um?
  • Und wie können wir zu deren Überwindung beitragen?

Programm

Einübung

Wir kommen aus dem Mohrenland - Idee und Musik: Anne Tübinger

Durchführung

Geschlossen, Leute - Text: Franz Schönhuber, Musik: Anne Tübinger
Jüdische Gräber in Deutschland - Text: Dieter Koller/Peter Höfle, Musik: Anne Tübinger
Mach zu die Eigelech* - Text: Isai Schpigl, Melodie: David Bejglman, Satz: Anne Tübinger
Opens internal link in current windowWas ist der Mensch (ohne einen Pass)? - Textzitat: B. Brecht, Musik: A. Tübinger
Ausländer-rechte, Epos vom mustergültigen Ausländerle - Idee u. Musik: A. Tübinger, Kemal Kurt
Meine Rente, deine Rente - Idee u. Musik: A. Tübinger
Strangers in the Night - Text: Ch.Singleton/E.Snyder, Musik: Bert Kaempfert, Satz: K.-H. Steinfeld
Die Fremden - Karl Valentin
Was Wann Wo - Text: Sadi Ücüncu, Musik: A. Tübinger
Vom Opfer zum Täter - Udo Lindenberg
Zigeunerleben - Text: Emanuel Geibel, Musik: Robert Schumann
Fidschi-Inseln - Text: R. Liebermann, Musik: F. Hollaender, Satz: A. Tübinger
Frauen fernöstlich - Musik: A. Tübinger
Kein Härtefall - Idee: Karin Norz-Kehrer/Susanne Schmidt, Gestaltung: A. Tübinger

Einblick - Ausblick

Die Rosinen aus dem Weltkulturkuchen - Text: Dieter Koller/Eberhard Frohnmeyer
Opens internal link in current windowWas ist uns das Eigene?    - Collage: A. Tübinger
Vertrauter Frust und fremde Lust - Text: Dieter Koller, Musik: A. Tübinger
Hölderlinlied - Text: Wolf Biermann, Musik: Dieter Koller
Hälfte des Lebens - Text: Peter Höfle, Musik: Anne Tübinger
Main tendue a tous* - Text: Charles Vildrac, Musik: Darius Milhaud
Spruchgedicht - aus: Snorra Edda, Musik: Anne Tübinger
Willkommen - Text: Fred Ebb, Musik: John Kander, Satz: Anne Tübinger

* Die Übersetzungen befinden sich im Programmheft in den Abschnitten "Durchführung" bzw. "Einblick - Ausblick".
Bei verlinkten Liedern finden Sie Text und evtl. Übersetzung.

Mitwirkende

Keyboard und Klavier: Sabine Joos
Saxophon: Dorothea Tübinger